Aktueller Rundbrief: Ausgabe 7 – Juli 2020

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

NEUES FÖRDERPROGRAMM – ÜBERBRÜCKUNGSHILFE FÜR UNTERNEHMEN

Die Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Finanzen bieten in der Corona Soforthilfe des Bundes nun eine Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige und gemeinnützige Organisationen an. Förderungsfähig sind Soloselbstständige oder selbstständige Angehörige der freien Berufe im Haupterwerb – also auch Tierärztinnen und Tierärzte. Für die Corona-Überbrückungshilfe steht ein Gesamtvolumen von 24,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Sie kann für maximal drei Monate (Juni, Juli und August 2020) beantragt werde. Bei Antragstellung sind Angaben zum Umsatzeinbruch und die Höhe der erstattungsfähigen Fixkosten zu machen, die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen. Das Antragsverfahren wird durch einen prüfenden Dritten (z. B. Steuerberater) durchgeführt und muss über eine digitale Schnittstelle an die Bewilligungsstellen der Länder übermittelt werden.

Ausführliche Informationen finden Sie hier

 

17. AMG-NOVELLE BESCHLOSSEN

Die Bundesregierung hat am 01.07.2020 den von der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, vorgelegten Entwurf eines Siebzehnten Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes (AMG) beschlossen. Basierend auf Erkenntnissen aus der Evaluierung des Antibiotikaminimierungskonzepts der 16. AMG-Novelle, verfolge die aktuelle Änderung des AMG folgende Ziele:

- Präzisierung der Modalitäten und Abläufe des Antibiotikaminimierungskonzepts, um die Datengrundlage zu verbessern

- administrative Entlastung der Tierhalter

- Anpassung der Berechnungsmodalitäten zur Therapiehäufigkeit bei Arzneimitteln mit mehreren Wirkstoffen

- Fortführung der erfolgreichen Datenauswertung zur Evaluierung

Zur Umsetzung der Ziele seien u. a. folgende Anpassungen vorgesehen:

- Nullmeldungen verpflichtend

- Möglichkeit zur Abgabe der Versicherung der Tierhalter über die Einhaltung der tierärztlichen  Behandlungsanweisung auf elektronischem Wege

- Verwendung der anfallenden Daten durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum Zweck einer Risikobewertung

Um den nach wie vor hohen Anteil an Reserveantibiotika an den Verbrauchsmengen in der Veterinärmedizin zu reduzieren, wird die Europäische Kommission bis zum Jahre 2022 eine EU-weit gültige Liste von Reserveantibiotika erstellen, die der Humanmedizin vorbehalten bleiben müssen.

 

UMFRAGE ZEIGT: TIERMEDIZINISCHE FACHANGESTELLTE EMPFINDEN EXTREMEN STRESS SEIT CORONA

Wie aus einer Online-Umfrage des Verbands medizinischer Fachberufe e. V. (VmF) hervorgeht, ist der Stress bei Tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) seit Beginn der Corona-Pandemie in besonderem Maße angestiegen. Die Zielgruppe der zwischen dem 19. Mai und 2. Juni zugänglichen Umfrage umfasste neben den TFAs auch Medizinische Fachangestellte, zahnmedizinische Fachangestellte sowie die angestellten Zahntechniker. Von den insgesamt 2500 ausgefüllten Fragebögen stammten 244 von TFAs. 83 Prozent der TFAs gaben an, im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten eine höhere Stressbelastung zu empfinden, was der Mehrheit (55 Prozent) zufolge auf ein höheres Patienten- bzw. Arbeitsaufkommen zurückzuführen sei. Auch ein Mehraufwand aufgrund der geforderten Corona-Schutzmaßnahmen (19 Prozent) sowie ein verändertes Verhalten der Tierbesitzer (ca. 15 Prozent) wurden als Gründe für ein vermehrtes Stressaufkommen angeführt. Diese Ergebnisse decken sich mit einer Umfrage des bpt, nach der die deutschen Tierarztpraxen in der Corona-Pandemie einen lediglich moderaten Umsatzrückgang zu verzeichnen hatten.
Bedenklich ist, dass in der VmF-Umfrage weniger als die Hälfte der TFAs (48 Prozent) angaben, dass die Gefährdungsbeurteilung in der Praxis bzw. Klinik an das aktuelle Infektionsgeschehen angepasst wurde. Nur zwei Drittel könnten auf medizinischen Mund-Nasen-Schutz zurückgreifen, während nicht einmal der Hälfte ausreichend Schutzkleidung am Arbeitsplatz zur Verfügung stehe.

 

PRÄMIEN FÜR AZUBIS

Wie bereits im Rundbrief des vergangenen Monats beschrieben, hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie beschlossen. Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern" ermöglicht eine finanzielle Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in erheblichem Maße von der COVID-19-Pandemie betroffen sind. Mit Stand 15.07.2020 wird die Erste Förderrichtlinie zur Umsetzung des Bundesprogramms innerhalb der Bundesregierung abgestimmt, damit sie vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres im August 2020 vorliegt.

Ausführliche Informationen finden Sie unter den folgenden Links: 

 

ABGABE VON ANTIBIOTIKA IN DER TIERMEDIZIN WEITER GESUNKEN

Laut einer am 29.07.2020 veröffentlichten Pressemitteilung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland im Jahr 2019 erneut zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Abgabemenge um 52,2 Tonnen bzw. 7,2 Prozent. Damit liegt die Gesamtabgabemenge für das Jahr 2019 bei 670 Tonnen. Gemessen am Ausgangswert von 1706 Tonnen im Jahr der ersten Erfassung (2011) handelt es sich um einen Rückgang von 60,7 Prozent im gesamten Erfassungszeitraum (2011 bis 2019). Positiv hervorzuheben ist vor allem, dass die abgegebenen Mengen der für die Therapie beim Menschen besonders wichtigen Fluorchinolone sowie Cephalosporine der 3. und 4. Generation auf den niedrigsten Wert seit 2011 sanken.

 

KOSTENFREIE WEBSEITENERSTELLUNG – AZUBIS SUCHEN TIERLIEBE PROJEKTPARTNER

In einem Förderprojekt für die praxisnahe Ausbildung von Berufsschülern und Studierenden werden im Förderprogramm „Tiere online" neue Projektpartner u. a. aus den Bereichen Tierschutz, Tiergesundheit oder Tierzucht gesucht. Egal ob Tierarztpraxis, Tierschutzverein, Hundeschule oder Tierheim – Vereine, Einrichtungen und kleine Unternehmen können sich von den Azubis eine individuelle Webseite erstellen lassen und ermöglichen ihnen hiermit praktische Berufserfahrung zu sammeln. Das Erstellen des Internetauftritts ist dabei für die Projektpartner kostenfrei. Lediglich die Kosten für die Webadresse und den Speicherplatz sind selbst zu tragen. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

CORONA-KRISE LÄSST NACHFRAGE NACH HUNDEN STEIGEN – TASSO UND VDH WARNEN VOR „WÜHLTISCHWELPEN"

Mit Sorge beobachtet der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) einen rasanten Anstieg der Nachfrage nach Heimtieren in Zeiten von Homeoffice oder Kurzarbeit in der Corona-Krise. Katzen, Kleintiere und Hundewelpen seien gefragt wie nie. Auch die Tierschutzorganisation TASSO e. V., die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, verzeichne einen auffälligen Anstieg der Neuregistrierungen von Hunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wurden im Juni 2019 etwa 31.400 Hunde neu bei TASSO registriert, seien es in diesem Juni mehr als 39.000, das wäre ein Zuwachs von rund 25 Prozent.
Wie der VDH mitteilte, erwerben viele Interessierte Hunde derzeit vermehrt über das Internet. Die Inserate auf den Online-Plattformen hätten in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Durch die Öffnung der Grenzen sei der Import nun wieder möglich. Dies nahm Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO, zum Anlass, um arglose Käufer vor dem illegalen Online-Welpenhandel zu warnen. Er erinnerte daran, dass die meist aus Osteuropa stammenden sog. Wühltischwelpen fast alle krank und ungeimpft seien und zu früh von der Mutter gertrennt wurden.
Der Tierschützer weist darauf hin, dass Welpen nur mit einer gültigen Impfung gegen Tollwut, also erst mit Ablauf der 15. Lebenswoche, nach Deutschland verbracht werden dürfen und Händler über eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz verfügen müssen. 

 

FVE-UMFRAGE BESTÄTIGT EINEN EUROPAWEITEN TIERÄRZTE-MANGEL IM LÄNDLICHEN RAUM

Nach einer Umfrage der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) herrscht auf europäischer Ebene ein weit verbreiteter Mangel an Tierärzten in ländlichen bzw. abgelegenen Gebieten. Basierend auf den am 29.06.2020 veröffentlichten Ergebnissen aus 28 europäischen Staaten bestätigte die Mehrheit (78,5 Prozent) einen bestehenden Mangel, während der Rest (21,5 Prozent) zwar keinen signifikanten Mangel meldete, jedoch eine Verschlechterung erwartete.
Die Gründe für das auch in Deutschland bereits seit vielen Jahren diskutierte Problem sind laut der aktuellen Umfrageergebnisse u. a. ungünstige Arbeitsbedingungen (Fahren langer Strecken, klimatische Bedingungen), Schwierigkeiten, die gewünschte Work-Life-Balance zu realisieren, sowie die schlechte Nachfrage nach veterinärmedizinischen Leistungen aufgrund der finanziellen Knappheit einiger Landwirte. Als daraus resultierende Folgen führen die Umfrageteilnehmer u. a. eine gehemmte wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Regionen sowie eine höhere Arbeitslast der verbleibenden Landtierärzte an, was wiederum einen negativen Einfluss auf die Tiergesundheit befürchten ließe. Um diesem negativen Trend entgegen zu wirken, hätten einige Länder laut Umfrage bereits Maßnahmen ergriffen. So biete Schottland z. B. Subventionen für tierärztliche Leistungen an.

Eine detaillierte Übersicht der Umfrageergebnisse können Sie gern bei der BTK anfragen.

 

BRAUNE HUNDEZECKE: ZECKENEXPERTIN BITTET UM ZUSENDUNG AUFFÄLLIGER ZECKENFUNDE

Auch wenn aktuell Ferienreisen nur eingeschränkt möglich sind, sollten Hundehalter darauf achten, keine unerwünschten „Souvenirs" mit nach Hause zu bringen. Die Rede ist von der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Ursprünglich aus Afrika stammend, ist sie inzwischen auch im Mittelmeerraum und der Schweiz zu finden. Von dort wird sie immer mal wieder nach Deutschland eingeschleppt. „Es wurden aber auch bereits Exemplare an Hunden gefunden, die ihren Hof nie verlassen hatten", berichtet Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin und Zeckenexpertin an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Dies sei ein Hinweis darauf, dass sich die Art hier möglicherweise bereits entwickeln könne.

Für ihre Forschung bittet die Universität Hohenheim die Bevölkerung auch dieses Jahr wieder, Funde der Braunen Hundezecke mit Bild zu melden. Alle Informationen finden Sie unter: https://hundezecken.uni-hohenheim.de/hundezecken

 


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Inhalte Deutsches Tierärzteblatt August 2020

 

Langstreckentiertransporte

Der Langstreckentransport lebender Rinder steht nicht nur aufgrund der tierschutzrelevanten Transport- und Schlachtbedingungen im Drittland in der Kritik. Auch die Deklaration der Tiere als Zuchtrinder zum Herdenaufbau im Drittstaat kann bezweifelt werden, wie die hier von Frigga Wirths zusammengestellten Länderbeispiele zeigen.

Konsiliarlabor

In der vierten Folge unserer Serie stellen Prof. Dr. Klaus Osterrieder und Dr. Jakob Trimpert das von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) ernannte Konsiliarlabor für Equine Herpesviren an der Freien Universität Berlin und Dr. Valerij Akimkim et al. das DVG-Konsiliarlabor für PRRS-Virus am CVUA Stuttgart vor.

 

Termine 2020

 
19. August Ausschuss für Lebensmittel-, Fleisch- und Milchhygiene (Arbeitsgruppe) Berlin
25. August Ad-hoc-AG GOT Telefonkonferenz
14. September Ad-hoc-AG Notdienst Telefonkonferenz
18. September Erweitertes Präsidium Berlin

 

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links. 

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