Aktueller Rundbrief: Ausgabe 12 – Dezember 2022

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben besinnliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Start ins
neue Jahr 2023!

 

Erreichbarkeit der ATF- und BTK­Geschäftsstelle zwischen den Jahren

Vom 23. bis 30.12.2022 sind die Geschäftsstellen von Bundestierärztekammer und Akademie für tierärztliche Fortbildung wenig besetzt und nur über E-Mail erreichbar.

BTK-Geschäftsstelle: geschaeftsstelle@btkberlin.de

ATF-Geschäftsstelle: atf@btkberlin.de

 

Änderungen im Tierarzneimittelgesetz verabschiedet

Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen hat der Bundestag der Änderung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) zugestimmt. Das neue Gesetz wird Anfang Januar 2023 in Kraft treten. Gegen den Protest der Tierärzteschaft wird damit u. a. die Meldepflicht für Behandlungen mit antibiotisch wirksamen Arzneimitteln von den Tierhaltenden auf die Hof-Tierärzt:innen verlagert.

Ziel der Neuregelung ist nach Aussage des Bundesministeriums, die Vergabe von antibiotisch wirksamen Arzneimitteln für landwirtschaftliche Nutztiere besser zu erfassen und dauerhaft zu senken. Zugleich werden Meldeverpflichtungen an die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erfüllt. Mit der Novelle wird auch das nationale Antibiotika-Minimierungskonzept erweitert: Es erstreckt sich zukünftig nicht mehr nur auf Masttiere, sondern auf weitere Nutzungsarten, darunter Milchkühe, Jung- und Legehennen sowie Sauen mit Saugferkel. Anwendungen von Antibiotika sollen auch auf diesen Haltungsbetrieben erfasst und verringert werden. Zudem werden zuständige Überwachungsbehörden gestärkt sowie Wichtungsfaktoren für Reserveantibiotika erhöht, um zu erreichen, dass sie seltener eingesetzt werden. Für Colistin werden darüber hinaus die Weichen für eine striktere nationale Regelung gestellt. Es wird eine Rechtsgrundlage für ein Verbot der Umwidmung von Colistinpräparaten zur oralen Anwendung bei Nutztieren geschaffen.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hob hervor, dass erstmals ein Reduktionsziel für Antibiotika verankert worden sei. Das Ziel einer Verringerung von 50 Prozent entspreche der Farm-to-Fork-Strategie der EU-Kommission für ein nachhaltiges Agrar- und Ernährungssystem.

Die Änderungen des Tierarzneimittelgesetzes stießen auch bei der Opposition auf scharfe Kritik. CDU/CSU-Agrarsprecher Albert Stegemann kritisierte, dass mit den Neuregelungen Rechtsunsicherheiten geschaffen und Mehrkosten bei Tierhaltenden und Tierärzt:innen verursacht würden. Verbesserungsvorschläge aus der Landwirtschaft und von Veterinärverbänden seien gar nicht erst berücksichtigt worden.

Der agrarpolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bundestag, Artur Auernhammer, wies darauf hin, dass der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung in den vergangenen 10 Jahren bereits um mehr als 60 Prozent gesunken sei.

· Quelle: AgE 49

· Gemeinsame Pressemitteilung BTK, bpt, BbT (21.12.2022)

 

Covid-19-Impfen in eigener Praxis

Das Impfen in eigener Praxis ist ausgeschlossen! Nach langer Wartezeit hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) der BTK nun mitgeteilt, dass es aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen in den Tierarztpraxen für Tierärzt:innen nicht möglich sein wird, in ihren Praxen zu impfen (keine Möglichkeit zur Anbindung an das Softwaresystem zur Impfsurveillance).

· Weitere Informationen zum Thema Covid-19-Impfen auf der BTK-Webseite

(Startseite unter „Impfen durch Tierärzt:innen)

 

Versuchstierzahlen sinken 2021 erneut

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass die Zahl der in Deutschland in Versuchen verwendeten Tiere im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gesunken sei – um etwa 2 Prozent. Auch die Zahl der in Versuchen verwendeten Affen und Halbaffen (1.886) ist im Vergleich zum Vorjahr (2.031) weiterhin rückläufig (rund 7 Prozent).

Aktuelle Maßnahmen des BMEL zum Schutz von Versuchstieren sind:

· der Betrieb des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R)

· die Forschungsförderung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

· die Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen

· die jährliche Vergabe des Tierschutzforschungspreises

Die von den Versuchstiereinrichtungen erhobenen Daten werden seit vergangenem Jahr vom Bf3R, das Teil des BfR ist, gesammelt, aufbereitet und veröffentlicht. Grundlage ist die im Jahr 2021 geänderte Versuchstiermeldeverordnung. Das BfR veröffentlicht in der Berichterstattung für das Jahr 2021 zum ersten Mal auch die Zahlen der Tiere, die zwar für wissenschaftliche Zwecke gezüchtet, aber nicht eingesetzt wurden.

Grundlage für die Erhebung dieser Zahlen ist die Änderung der Versuchstiermeldeverordnung im Jahr 2021 mit dem Ziel, die Zahl der in den Versuchstiereinrichtungen gezüchteten Tiere umfassend darzustellen und den transparenten Umgang mit dem Thema Tierversuche weiter zu verbessern. Die EU hingegen veröffentlicht diese Zahlen nur alle 5 Jahre, zuletzt für das Meldejahr 2017. Versuchstierhalter und -züchter haben alle verhältnismäßigen Mittel zu ergreifen, um die Erzeugung dieser sogenannten „überzähligen“ Tiere zu verhindern. Die zuständigen Behörden der Bundesländer entscheiden im Einzelfall, ob die Anforderungen erfüllt werden. Sie verfügen über die entscheidenden Informationen für eine angemessene Beurteilung der Umstände vor Ort.

· Pressemitteilung des BMEL (19.12.2022)

· Ausführlicher Bericht der Versuchstierzahlen 2021 (BfR)

 

FVE-Umfrage zum tierärztlichen Beruf

Alle Tierärzt:innen in Europa sind noch bis 15.02.2023 aufgerufen, an der dritten Umfrage der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) zum tierärztlichen Beruf teilzunehmen.

Ziel der Umfrage ist, mehr Einblicke und Daten über den tierärztlichen Beruf zu sammeln, um Trends zu erkennen und sich auf die Zukunft vorbereiten zu können. Jede Teilnahme zählt, denn je mehr Tierärzt:innen aller Berufsgruppen und Länder an der Umfrage teilnehmen, desto relevanter sind die statistischen Schlussfolgerungen!

Zur Umfrage: https://survey.vetspanel.com/S2/150/FVE/

 

Steigende Fallzahlen bei Geflügelpest durch Geflügelschauen

Derzeit steigen die Zahlen von Geflügelpestausbrüchen mit dem hochpathpogenen aviären Influenzavirus H5N1 insbesondere bei kleinen Tierhaltungen in mehreren Bundesländern. Ursächlich hierfür waren mindestens drei Geflügelausstellungen und der dort stattfindende Verkauf von Rassegeflügel. Besonders betroffen ist Mecklenburg-Vorpommern aufgrund einer Rasse- und Hobbygeflügelschau Ende November in Demmin, die zu Streuungen im Land selbst, aber auch nach Schleswig-Holstein und Ostwestfalen führte. Einen weiteren Fokus bildet Thüringen. Diese Geschehen scheinen noch nicht abgeschlossen zu sein und haben bereits erhebliche Verluste im Bestand seltener Geflügelrassen verursacht.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weist zusätzlich zu seiner Risikoeinschätzung vom 08.11.2022 nochmals ausdrücklich auf das hohe Eintragsrisiko des Geflügelpestvirus H5N1 durch Verschleppung zwischen Haltungen sowie die Verbreitung über Geflügelschauen hin. Es besteht weiterhin ein hohes Risiko für die Ausbreitung des Geflügelpestvirus H5N1 bei Wildvögeln sowie die Übertragung auf Geflügel und andere gehaltene Vögel. Tierhaltende sollten unabhängig von der Größe der Geflügel- oder Vogelhaltung unbedingt die Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen und ggf. verbessern.

· FLI-Beitrag vom 07.12.2022

 

BVL-Informationen zur Verbrauchsmengenerfassung

Ab 2023 sind die Anwendungen antimikrobieller Arzneimittel bei Tieren EU-weit zu erfassen. Die Verbrauchsmengenerfassung antimikrobieller Arzneimittel ist eine nationale Verpflichtung im gemeinsamen europäischen Kampf gegen die Zunahme antimikrobieller Resistenzen (AMR). Sie ist ein wichtiger Baustein für die Analyse der aktuellen Situation und für die Bewertung von Maßnahmen zur Bekämpfung von AMR. Das BVL fungiert bei der Verbrauchsmengenerfassung als nationaler Datenverwalter und übermittelt die aufbereiteten Daten an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA – European Medicines Agency).

· Leitfaden zur Verbrauchsmengenerfassung

· Neuigkeiten zur Verbrauchsmengenerfassung

· FAQ zur Datenerfassung

 

Studie zu Influenzaviren bei Hausschweinen

Spätestens seit 2009 ist durch die „Schweinegrippe“ bekannt, dass sich Schweine mit Influenza A-Viren infizieren und diese an Menschen weitergeben können. Grippeviren zirkulieren sowohl in der menschlichen Bevölkerung als auch in Schweinebeständen regelmäßig und verursachen respiratorische Symptome. Wie häufig Grippeviren zwischen Mensch und Schwein hin und herspringen, ist weitestgehend unbekannt. Daher führt das Friedrich-Loeffler-Institut seit einem Jahr eine Studie zum Vorkommen von Influenza A-Viren bei Menschen und Hausschweinen durch. Hierfür werden nach wie vor Teilnehmende gesucht.

Jede Person mit regelmäßigem Kontakt zu Hausschweinen, d. h. Tierärzt:innen und Mitarbeitende auf landwirtschaftlichen Betrieben, können teilnehmen. Schweinebetriebe können gleichzeitig kostenfrei ihre Schweine auf Influenzaviren untersuchen lassen – das Beprobungsmaterial wird gestellt, die Versandkosten übernommen.

Teilnehmende sollen über einen Zeitraum von mehreren Monaten (möglichst ein Jahr) sich selbst und die Schweine, mit denen sie Kontakt haben, Tupferproben aus der Nase entnehmen und zur Untersuchung auf Influenzaviren zur Verfügung stellen. Die Entnahme kann wahlweise monatlich oder quartalsweise erfolgen. Eine regelmäßige Probenentnahme wird mit einer Aufwandsentschädigung von 20,00 € anerkannt.

Bei Interesse oder weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an flu-selbsttest@fli.de.

 

FVE-Kampagne „United in Diversity“

Die Federation of Veterinarians of Europe (FVE) hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (diversity, equality, inclusiveness) innerhalb des tierärztlichen Berufsstands zu stärken. Dafür hat die FVE ihre „DEI-Kampagne“ gestartet: FVE – "United in Diversity"

Über die entsprechende Webseite ruft die FVE ihre Mitglieder auf, sich an der DEI-Kampagne zu beteiligen. Die FVE möchte gerne von Tierärzt:innen hören, die eine Perspektive, Ansicht, Meinung, Erfahrung, Gedanken und Tipps in Bezug auf Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusivität innerhalb des tierärztlichen Berufsstands haben. Stichworte könnten sein: Sozioökonomie, Rasse, Geschlecht, Sexualität, chronische Krankheiten/Schmerzen/Behinderungen, geografische Lage, Nicht-Muttersprachler usw.

Die FVE bittet alle Tierärzt:innen um Beiträge zu dieser Kampagne. Diese können von Einzelpersonen in Form von Videos oder schriftlichen Stellungnahmen eingereicht werden, aber auch Verbände sind aufgefordert, Videos aus ihrer Perspektive für die Kampagne zur Verfügung zu stellen, um zu zeigen, wie sie an DEI arbeiten oder zu arbeiten beabsichtigen (Beispiel).

Die Beiträge können auf Englisch, aber auch in der Muttersprache gehalten werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der FVE unter https://fve.org/publications/fve-diversity-equity-and-inclusiveness-dei-campaign/.


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt Januar 2023

 

Hundehaltung

Ein Jahr nach dem Inkrafttreten der überarbeiteten Tierschutz-Hundeverordnung nehmen wir den Ablauf der Übergangsfirst für einige Änderungen am 01.01.2023 zum Anlass, die wichtigsten Neuerungen der Verordnung von Dr. Angela Schwarzer zusammenfassen zu lassen.

Wissenschaftsnachwuchs

Zur Verbesserung der Situation um den veterinärmedizinischen wissenschaftlichen Nachwuchs hat sich die „Initiative Wissenschaftlicher Mitarbeitende“ (IWiMi) gegründet und u. a. eine Onlineumfrage an den fünf veterinärmedizinischen Bildungsstätten ausgewertet. Die Ergebnisse sind hier von Dr. Roswitha Merle und Dr. Dora Bernigau kurz zusammengefasst.

Serie Pharmakovigilanz

Die in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sowie dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) seit vielen Jahren etablierte Serie mit Informationen rund um die Sicherheit von Tierarzneimitteln und Impfstoffen, wird auch in diesem Jahr weitergeführt. Das Thema dieser Folge sind Othologika.

 

Termine 2023

 
5. Januar BTK-Ausschuss für Arznei- und Futtermittelrecht

Videokonferenz

16. Januar  BTK-Ausschuss für Berufs- und Standesrecht, Geschichte und Ethik

Videokonferenz

17. Januar AG „GOT“

Videokonferenz

24. Januar  BTK-Juristischer Arbeitskreis

Videokonferenz

14. Februar BTK-Präsidium

Berlin

23./24. März Erweitertes Präsidium

Berlin

24./25. März

Frühjahrs-Delegiertenversammlung Berlin

5./6. Oktober

Erweitertes Präsidium Berlin

6./7. Oktober

Herbst-Delegiertenversammlung Berlin



Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen

Präsenzveranstaltungen

Online-Fortbildungen

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.