Aktueller Rundbrief: Ausgabe 7 – Juli 2021

Hier steht Ihnen der monatliche Rundbrief der BTK-Geschäftsstelle mit Aktuellem rund um die Bundestierärztekammer und den tierärztlichen Beruf zur Verfügung.

SPENDENAUFRUF: HOCHWASSERKATASTROPHE - TIERÄRZT:INNEN HELFEN

+++ Aufruf der Tierärztekammer Nordrhein +++

Die Menschen in den betroffenen Hochwassergebieten benötigen finanzielle, sachliche und personelle Hilfe. Auch viele Tierärzt:innen und deren Mitarbeiter:innen sind von den Auswirkungen dieser Katastrophe betroffen. Die Tierärztekammer Nordrhein hat in Zusammenarbeit mit dem bpt-
Landesverband Nordrhein ein Spendenkonto eröffnet:

TIERÄRZTE HELFEN

IBAN: DE80 3006 0601 0033 8545 31

BIC: DAAEDEDDXXX

Es ist auch möglich, Geräte für vom Hochwasser geschädigte Praxen, die uns bereits bekannt sind, zu beschaffen. Spenden bis zu 200 Euro pro Kalenderjahr werden übrigens von den Finanzämtern unter Vorlage des Überweisungsbelegs ohne Spendenquittung akzeptiert. Darüber hinaus können wir als Körperschaft des öffentlichen Rechts keine Spendenquittungen ausstellen.

Wir bitten, auf dem Überweisungsbeleg neben dem Kennwort „Tierärzte helfen“ dann den Vermerk „Für Tierärzte“ hinzuzufügen, wenn Sie gezielt Tierärzt:innen helfen wollen, auch wenn Sie dafür keine Spendenquittung bekommen. Weiterhin bitten wir betroffene Kolleg:innen, jede Art von benötigter Hilfe bei der Tierärztekammer Nordrhein anzumelden. Ein entsprechendes Formular kann auf unserer Homepage heruntergeladen werden.

Ebenso können mögliche Sachspenden bei uns angezeigt werden. Wir werden die Liste der benötigten Hilfen auf dieser Homepage - ggf. anonym - veröffentlichen und falls erforderlich zwischen Spender und Empfänger vermitteln. So könnte z. B. ein nicht mehr benötigtes Zahnsteinentfernungsgerät eine gute Hilfestellung sein. Natürlich können wir keinerlei Garantie für den Erfolg dieser Bemühungen und auch keinerlei Garantie für die Qualität der ggf. vermittelten Sachgegenstände geben.

Hinsichtlich der Verwendung der Spenden werden bei Anmeldung von Bedarfen über die Kammer
nähere Auskünfte erteilt.

 

AFRIKANISCHE SCHWEINEPST ERSTMALS IN NUTZTIERBESTÄNDEN FESTGESTELLT

10 Monate nach dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Wildschweinpopulation im Land Brandenburg wurde das Virus im Juli in Hausschweinbeständen festgestellt. Betroffen waren ein Bestand im Landkreis Spree-Neiße und zwei Kleinsthaltungen in Märkisch Oderland. Am 17.07.2021 informierte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Öffentlichkeit über einen weiteren ASP-Ausbruch bei Hausschweinen; erneut war ein Kleinstbetrieb im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg betroffen. Der Betrieb befindet sich in der bisherigen Sperrzone, die aufgrund der Ausbrüche der ASP bei Wildschweinen eingerichtet war. Derzeit laufen die epidemiologischen Untersuchungen nach der Eintragsursache. Dabei werden die örtlichen Behörden vom bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) unterstützt. Die Schweinehalter:innen können durch die Tierseuchenkasse entschädigt werden.

In Brandenburg werde gegen einen enormen Seuchendruck aus Polen gekämpft. Der feste Zaun entlang Oder und Neiße sei geschlossen und man habe inzwischen sechs Kerngebiete, in denen durch systematische Fallwildsuche und Entnahme die ASP in Brandenburg eingedämmt wurde, erklärte Nonnenmacher. Leider sei trotzdem ein Ausbruch in Hausschweinebeständen nicht ganz auszuschließen gewesen. 

Laut dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV) des Landes Brandenburg wurde die ASP bislang bei 1 267 Wildschweinen festgestellt. Hausschweine waren zuvor nicht betroffen. Um weitere Ausbrüche bei Hausschweinehaltungen zu vermeiden, appellierte die brandenburgische Verbraucherschutzministerin an alle schweinehaltenden Bestände, die strengen Biosicherheitsmaßnahmen weiterstrikt einzuhalten, gerade auch in Kleinstbetrieben.

Derweil wurde laut BMEL (28.07.2021) nun auch im Landkreis Barnim (wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze) ASP bei einem Wildschwein bestätigt. Die bestehende Schutzzone und Schutzmaßnahmen werden entsprechend angepasst.

 

UMFRAGE ZUR DURCHFÜHRUNG DER ISOFLURANNARKOSE DURCH SACHKUNDIGE

Seit dem 01.01.2021 haben Ferkelerzeuger:innen, die weiterhin ihre männlichen Ferkel kastrieren wollen, die Wahl zwischen zwei Verfahren der Vollnarkose: die Betäubung mit Isofluran, die nach Absolvierung der Sachkunde von den Landwirt:innen selbst durchgeführt werden kann, und die Injektionsnarkose durchgeführt von Tierärzt:innen. Viele Ferkelerzeuger:innen haben sich für Isofluran entschieden.

Berichte aus der Praxis weisen darauf hin, dass es bei Einsatz der Isofluranbetäubung zu Zwischenfällen verschiedener Art kommt. Das umfasst z. B. ungenügende Narkosetiefe oder wiederholt auftretende technische Störungen. Dabei gibt es auch Hinweise darauf, dass diese Probleme z. T. gerätespezifisch sind. Der BTK-Ausschuss für Schweine hat daher eine Umfrage gestartet, um ein möglichst umfassendes Bild der Situation zu zeichnen und abzuschätzen, wo Probleme bestehen und wie häufig diese Probleme auftreten. Mithilfe der Umfrageergebnisse sollen mögliche Schwachstellen bei der Anwendung der Isoflurannarkose für die Ferkelkastration aufgezeigt und ermittelt werden, welche Maßnahmen zur Verbesserung ergriffen werden müssen.

Der Fragebogen richtet sich an Tierärzt:innen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Betriebe betreuen, in denen die Isoflurannarkose zur Ferkelkastration angewendet wird oder wurde. Die Umfrage ist anonym. Die Teilnahme dauert ca. 15–20 Minuten.

Die Umfrage kann unter diesem Link aufgerufen werden: www.umfrageonline.com/s/11cf74c und läuft bis zum 30.09.2021.

 

BEFRAGUNG: KRITIKPUNKTE UND ERFOLGE DER TIERZUCHT

Der Förderverein Bioökonomieforschung (FBF), in Zusammenarbeit mit der AFC Consulting Group, hat kürzlich ein Projekt mit dem Titel „Geschichte der deutschen Tierzucht“ begonnen. Ziel des Projekts ist es, Kritikpunkte an der Tierzucht sowie Leistungen der Tierzucht anhand von Daten zu überprüfen und die Ergebnisse anschließend gezielt zu kommunizieren. Zu Beginn des Projekts soll in Erfahrung gebracht werden, welche Kritikpunkte und Erfolge der Tierzucht Tierärzt:innen als nennenswert empfinden.

Die Befragung wird anonym durchgeführt und dauert ca. 10 Minuten.

Der Online-Fragenkatalog steht bis zum 16.08.2021 unter folgendem Link zur Verfügung:

https://login.mailingwork.de/-survey2/2953/198/BnbwY

Kontakt:

Elisabeth Jonas, Referentin FBF

je@fbf-forschung.de

 

ESCCAP: NEUE EMPFEHLUNGEN ZU PARASITEN UND PILZINFEKTIONEN BEI KLEINEN HEIMTIEREN

Die neue deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 7 „Empfehlungen zur Behandlung von Parasiten und Pilzinfektionen bei kleinen Heimtieren (Kleinsäugern)“ ist v. a. für Tierärzt:innen und Tiermedizinische Fachangestellte konzipiert, steht jedoch auch interessierten Tierhalter:innen zur Verfügung.

Sie kann ab sofort unter www.esccap.de/tieraerzte/empfehlungen/ als PDF heruntergeladen werden. Tierarztpraxen können sie dort auch als Printversion kostenfrei bestellen.

Veterinärmediziner:innen erhalten hier praxisorientierte Informationen zu den Kleinsäugern Kaninchen, Ratten, Mäusen, Gerbils, Meerschweinchen, Goldhamstern, Chinchillas und Frettchen.

Neben häufigen Endo- und Ektoparasiten geht die Empfehlung auf Hautmykosen ein und erläutert, wie diese zu behandeln sind sowie inwiefern diese Erkrankungen zoonotische Bedeutung besitzen. Neben Hunden, Katzen und Pferden erweitert ESCCAP Deutschland e. V. seine Parasitenschutz-Empfehlungen damit um die häufigsten Kleinsäuger in der tierärztlichen Praxis.

 

ABSCHLUSSBERICHT ZUKUNFTSMISSION LANDWIRTSCHAFT

Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) hat ihren Abschlussbericht vorgelegt (hier veröffentlicht). Die ZKL bekennt sich zu den Empfehlungen der Borchert-Kommission. Darüber hinaus werden folgende Empfehlungen zur Verbesserung des Tierwohls in der Nutztierhaltung gegeben (Seite 110 des Berichts), die sich z. T. mit den Forderungen der BTK decken:

· Einführung von Tierschutz-Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Stallbausysteme und Schlachteinrichtungen

· konsequente Beendigung nicht kurativer Eingriffe

· Konkretisierung und Durchsetzung des Verbots der Zucht, die zu Schmerzen, Leiden oder Schäden bei den Nachkommen führt (§ 11b Tierschutzgesetz)

· Formulierung gesetzlicher Vorgaben für eine tierwohlgerechte Schlachtung und Durchsetzung bereits gültiger gesetzlicher Regeln

· Förderung und gesetzliche Regulierung tierschonenderer Produktions- und Schlachtverfahren

· Entwicklung und Umsetzung von Verfahren oder Produktionsketten, die den Transport lebender Tiere, insbesondere sehr junger Tiere, verringern oder überflüssig machen

· die Unterbindung von Tiertransporten aus Deutschland und der EU in Drittstaaten ist grundsätzlich anzustreben, um die Einhaltung der europarechtlichen Tierschutzstandards sicherzustellen

· die Verpflichtung zur betrieblichen Tierschutz-Eigenkontrolle und die Standardisierung der Erhebung sollen bei möglichst geringem bürokratischem Aufwand für die Betriebe konkretisiert werden

· ein verpflichtender Sachkundenachweis und eine Verpflichtung zur regelmäßigen Fortbildung der Tierhalter:innen sowie umfassende staatliche Beratungsinstrumente sollen eingeführt werden

 

111 JAHRE FLI

Am 10.10.1910 nahm Friedrich Loeffler seine Forschungsarbeiten auf der damals fast unbewohnten Insel Riems auf. Was mit der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche begann, entwickelte sich zum heutigen Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit an fünf Standorten in Deutschland mit ca. 850 Mitarbeitenden und vielen Partnereinrichtungen weltweit. Am 10.10.2021 wird das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) also 111 Jahre alt. Bezüglich dieses Jubiläums lädt das FLI dazu ein, die Arbeit und Forschungsschwerpunkte des FLI an einigen Standorten deutschlandweit kennenzulernen. Geplant sind verschiedene Aktionen, von einem Tag der offenen Tür über Onlinevorträge bis zu Führungen über das Institutsgelände. Vom 17. September an werden Anmeldungen möglich sein, spätestens Anfang September wird das Programm feststehen, über das man sich auf der Jubiläumswebseite informieren kann.

 

LITERATURDATENBANK VERSCHAFFT ÜBERBLICK ZU TIERWOHLINDIKATOREN

Eine große Auswahl von Indikatoren, die zur Bewertung des Tierwohls zur Verfügung stehen, ist jetzt über eine Literaturdatenbank recherchierbar. Die mehr als 2000 Indikatoren aus den Bereichen Haltung, Transport und Schlachtung ermöglichen Aussagen zu unterschiedlichen Tierwohlaspekten (z. B. Erkrankungen, Verhalten) von landwirtschaftlichen Nutztieren. Sie können über Filterfunktionen gesucht und ausführliche Beschreibungen in Form von Steckbriefen heruntergeladen werden. Auch Informationen zur Erhebungsmethode, der Datenlage in Deutschland und, sofern keine Daten vorhanden sind, Empfehlungen zu Datenerhebungen, sind abrufbar.

Die fachlichen Inhalte wurden im Rahmen des Projektkonsortiums „Nationales Tierwohl-Monitoring“ (NaTiMon), zu dem auch das Institut für Tierschutz und Tierhaltung (ITT) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Celle gehört, erarbeitet. Das ITT hat dabei die Indikatoren für die Bereiche Transport und Schlachtung für die Tierarten Rind, Schwein, Huhn und Pute zusammengetragen. Die Anwendung wurde vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) konzipiert und programmiert.

 

STIKO-VET-APP

Seit dem 01.07.2021 gibt es eine StIKo-Vet-App für mobile Endgeräte. Die App soll den Zugang zu den Impfempfehlungen und Stellungnahmen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) erleichtern. Die Anwendung wurde so intuitiv wie möglich gestaltet.

Es gibt drei wesentliche Bereiche:

In der „Impftabelle“ sind die Impfampeln, so wie sie in den jüngeren Leitlinien abgebildet sind, samt den dazugehörigen Impfempfehlungen zusammengefasst. Im Bereich „Stellungnahmen“ finden sich die aktuelleren StIKo-Vet-Stellungnahmen als PDF-Datei jeweils mit einem zusammenfassenden Text. Im Bereich „Leitlinien“ sind alle Leitlinien als PDF-Dokumente enthalten.

Für den schnellen Blick auf dem Handy bietet sich die Impftabelle an. Der Text ist im HTML-Format geschrieben und passt sich automatisch an die Bildschirmgröße an. Die PDF-Dokumente sind eher etwas für größere Bildschirme. Die Leitlinien vermitteln v. a. allgemeines Basiswissen und können ggf. auch im Gespräch mit den Patientenbesitzer:innen oder Betriebsleiter:innen eine Argumentationshilfe darstellen. Die Stellungnahmen sind als Ausarbeitungen zu speziellen Themen eher für das Selbststudium gedacht. Mittels Suchfunktion kann nach entsprechenden Schlagworten gesucht und dann das angezeigte Dokument geöffnet werden. Die Inhalte werden automatisch auf dem Endgerät aktualisiert und man kann sich mittels Pushnachrichten über Aktuelles informieren lassen. Mithilfe eines Kontaktformulars können Anfragen direkt an die StIKo-Geschäftsstelle gerichtet werden.

Die Anwendung steht im Apple Store sowie im Google Play Store unter „StIKo Vet“ zum kostenlosen Download zur Verfügung. Feedback ist sehr erwünscht. Kleinere Probleme sollen schnell behoben werden. Allgemeine Anregungen sollen dazu genutzt werden, die Anwendung in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.

 

 


Inhalte Deutsches Tierärzteblatt August 2021

 

Positionspapier der BTK

Anlässlich der diesjährigen Bundestagswahl hat die BTK ein Positionspapier zu den aktuell dringlichsten veterinärmedizinischen Themen verfasst und den Bundestagsfraktionen zur Kenntnis gegeben. Basierend hierauf wurden auch Wahlprüfsteine formuliert und an die Fraktionen verschickt. Deren Antworten sollen in der nächsten Ausgabe veröffentlicht werden.

 

VetCAb-Sentinel

In drei Phasen wurde mit dem Forschungsprojekt „Veterinary Consumption of Antibiotics: VetCAb“ der Einsatz von Antibiotika in der deutschen Nutztierhaltung erfasst und wissenschaftlich ausgewertet. Nach 8 Jahren ist das Projekt nun abgeschlossen; die Ergebnisse sind hier von einem Autorenteam um Dr. Svetlana Kasabova kurz zusammengefasst.

 

Termine 2021

 
10. August Präsidiumssitzung Berlin
10./11. August Klausurtagung Erweitertes Präsidium

Berlin

12. August

Finanz- und Haushaltsausschuss Berlin

18. August

Ad-hoc-AG Telemedizin Berlin

1. September

Ausschuss für Pferde Berlin

16./17. September

Erweitertes Präsidium Berlin

17./18. September

Delegiertenversammlung Berlin

27. September

Ausschuss für Versuchstierkunde Berlin



Termine 2022

15./16. September 29. Deutscher Tierärztetag

Berlin

Termine ATF-Fortbildungen/Gemeinschaftsveranstaltungen

Präsenzveranstaltungen

Online-Fortbildungen

 

 

Bleiben Sie gesund!

 

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BTK-Geschäftsstelle

 

*Quellen der jeweiligen Artikel sind die angegebenen Links.