Kaninchen nicht einzeln halten
„Kaninchen sind gesellige Tiere, die gerne mit einem oder mehreren Artgenossen
zusammenleben“ erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer und
langjähriger Kaninchenhalter. „Die Tiere können bei guter Haltung zehn bis zwölf Jahre alt
werden. Sie brauchen viel Platz und sollten einen großen Käfig haben, der ihnen Platz zum
Hoppeln lässt. Zusätzlich sollten sie möglichst im Freien Auslauf in einem Gehege, oder freien
Auslauf unter ständiger Aufsicht haben, sodass sie auch mal einen Haken schlagen können“
rät Mantel. In der Wohnung dürfen Kaninchen nicht ohne Aufsicht frei laufen, denn sie können
sich verletzen oder unbekömmliche Dinge, auch Stromkabel, annagen oder fressen. Als
Einstreu eignet sich Stroh oder Heu. Katzenstreu ist ungeeignet, da es häufig Allergien
verursacht. Vorsicht ist daher auch bei Hobelspänen und anderen Materialien geboten. Die
Unterbringung muss kaninchengerecht sein und beispielsweise erhöhte Liegeplätze,
Nageäste, Versteckmöglichkeiten und eine Höhle zu Schlafen beinhalten. Im Außengehege
brauchen sie auch Schattenplätze.
Kaninchen richtig füttern
Kaninchen sind Pflanzenfresser und spezialisiert auf Gräser. Für die Fütterung sollte Heu in
guter Qualität den überwiegenden Futteranteil ausmachen. Geringe bis mäßige Anteile
Fertigfutter, Wurzelfrüchte (beispielsweise Karotten) oder Grünfutter (beispielsweise
ungespritzter Löwenzahn oder Gras) können den Speiseplan ergänzen. Ein Wechsel des
Futterangebotes muss langsam geschehen, denn das Kaninchen hat einen sehr komplexen
Verdauungsapparat, und der muss sich auf neues Futter erst einstellen. Die Tiere sollten nicht
zu dick werden, eine besondere Gefahr bei reichlichem Kraftfutterangebot. Verfettung
bedeutet ein erhöhtes Risiko zu Haut- und Kreislauferkrankungen, führt zu einer gestörten
Verdauung oder einer Harnwegsinfektion. Wasser ist täglich frisch anzubieten.
Zahnproblemen bei Kaninchen vorbeugen
Bei Kaninchen wachsen die Zähne ein Leben lang, in der Woche bis zu 1,8 mm. Durch
Knabbern und Nagen schleifen die Tiere ihre Zähne und halten sie gesund. Damit dies gelingt,
brauchen Kaninchen täglich gutes Heu. Zweige und Äste von ungespritzten Bäumen (Apfel-,
Birnbaum, Weide, Buche, Haselnuss) eignen sich zum Nagen und sollten regelmäßig
angeboten werden. Frisst das Kaninchen nicht mehr so gut wie sonst, ist unbedingt
baldmöglichst eine Tierarztpraxis aufzusuchen. Denn, da die Zähne ständig wachsen, können
sich bei ungeeignetem Futter oder schlechter Futteraufnahme schnell Zahnspitzen an den
Backenzähnen bilden, die der Grund für die verminderte Nahrungsaufnahme sein können.
Durch fachkundige Haltung sind viele Erkrankungen bei Kaninchen vermeidbar. Eine
umfassende tierärztliche Beratung kann viele Krankheiten vermeiden helfen.


