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Fachliches





 Fachliches - Hundehaltung

Gestaltung von Welpenspielkreisen
Die Frühjahrs-Delegiertenversammlung der Bundestierärztekammer am 8./9. April 2005 hat mit einstimmigem Beschluss die von der Tierärztlichen Arbeitsgemeinschaft Hundehaltung entwickelten Grundlagen zur Gestaltung von Welpenspielkreisen als BTK-Standard übernommen. Die Inhalte sind hier in redaktionell bearbeiteter Fassung wieder gegeben:

Welpen

  • Je nach individueller Entwicklung ist eine Teilnahme am besten ab der 8. bis zur 16. Lebenswoche zu empfehlen.
  • Der Welpe sollte nach dem Abholen beim Züchter ca. eine Woche Zeit haben, sich an das neue Zuhause und die neue soziale Gruppe zu gewöhnen. Erst dann sollte er die Welpengruppe besuchen.
  • Mit Welpenbesitzern sollte schon vorher besprochen werden, wie und woran sie ihre Hunde sozialisieren sollten, z.B. ein breites Spektrum an Menschen der unterschiedlichsten äußeren Erscheinungen (Kinder, Alte, Farbige etc.) und lärmende und/oder optisch auffällige Objekte des Alltags.
  • Gerade Hundewelpen, die kaum bis nicht mit Menschen sozialisiert waren, müssen besonders vorsichtig positive Kontakte ermöglicht bekommen.

Impfung und Haftpflicht
  • Ein dem Alter entsprechender Impfschutz sollte vorliegen. Der Tierhalter muss für seinen Hund haften, ggf. sollte er eine Tierhalterhaftpflichtversicherungen abschließen.

Anforderungen an den/die Trainer

Es ist mindestens ein Trainer für jeweils fünf bis sechs Welpen erforderlich. Die Trainer müssen theoretisches Wissen und Praxis haben um u.a.:

a) nicht zu früh bei Konflikten unter den Welpen einzugreifen oder
b) wenn nötig, korrekt einzugreifen.

Für die Qualifikation der Trainer ist der Nachweis der Sachkunde gemäß der von der Tierärztlichen Arbeitsgemeinschaft Hundehaltung erarbeiteten Langfassung erforderlich. (Der Katalog für den Sachkundenachweis ist erhältlich im Internet: www.bundestieraerztekammer.de, Rubrik Fachliches – Hundehaltung). Welpengruppen sollten nur von Trainern mit Erfahrung durchgeführt werden.

Zeit, Ort und Ausstattung

  • Wenn das Training länger als 60 Minuten dauert, bedeutet dies für die meisten Welpen zu viel Stress; es sollten deshalb lieber zweimal pro Woche je eine Stunde vorgesehen werden.
  • Optimal als Ort ist ein gut eingezäunter Garten (Rasenfläche) und/oder ein großer Raum mit rutschfestem Boden. 30 m2 sind für fünf bis sechs Welpen und ihre Besitzer ausreichend; wenn die Fläche zu groß wird, können sich einzelne Welpen zu leicht zu lange zurückziehen. Falls nur ein Gartenstück zur Verfügung steht, dann sollte ein Bereich überdacht sein.
  • Die Fläche sollte teilbar sein, um die Gruppe nötigenfalls strukturieren und trennen zu können, z.B. wenn ein sehr junger oder kleiner Welpe in eine Gruppe etwas älterer Welpen kommen soll, die sich untereinander schon gut kennen. Dann ist es sinnvoll, diesen Neuzugang zunächst separat mit einem der sanfteren Kandidaten der bestehenden Gruppe laufen zu lassen und erst nach und nach andere Welpen der alten Gruppe dazu zu tun.
  • Die Fläche sollte strukturiert sein, dabei sollte die Struktur veränderbar und beweglich sein, z.B. Tunnel, Brücke, Wippe, Teilstück mit „merkwürdiger“ Bodenbeschaffenheit (Kinderbad mit Bällen oder geknülltem Zeitungspapier). Zusätzlich sind sinnvoll Flatterbänder oder Planen zum Aufhängen, Spielzeug wie Bälle oder Tampen (am besten Spielzeug, welches nicht leicht zu zerkauen ist). Stühle für Besitzer können nötig sein. Wasserschüsseln sind notwendig.
  • Zur Ausstattung gehören außerdem Geräusch-CD/CD-Player und eventuell weitere Objekte, die Lärm machen. Es sollte außerdem die Möglichkeit bestehen, die Welpen mit Fahrrädern, Skateboards u.ä. vertraut zu machen, ebenso mit anderen Tieren wie Hühner oder Kaninchen.
Drei Bereiche sollten abgedeckt werden:

1. Die Welpen spielen miteinander und lernen so Sozialverhalten/Kommunikation unter Hunden. Parallel lernen sie die Kommunikation zu verschiedenen Menschen, denn die Welpenbesitzer interagieren nie nur mit ihrem eigenen Welpen. Besonders intensiv zu üben sind: Angstfreie Annäherung an andere Menschen, Nicht-Anspringen. Um Jagdproblemen vorzubeugen sind andere Haustiere einzuführen.

2. Der Trainer sollte dieses „Spielen“ erklärend begleiten und die Besitzer dabei en passant z.B. über hundliches Sozialverhalten und hundliche Kommunikation aufklären. Häufig gestellte Fragen, wie zur Stubenreinheit können angesprochen werden. Der Trainer sollte auch kontrollieren, dass nicht ein Welpe z.B. von den anderen „gemobbt“ wird. Mit den etwas älteren Welpen kann man auch auf die Strasse gehen, auf den Bahnsteig oder in ähnliche Situationen.

3. Die Welpen sollen schon, ganz spielerisch an Kommandos herangeführt werden. Realistisches Ziel ist, dass die Welpen am Ende der Zeit in der Welpengruppe folgende Kommandos kennen: Sitz, Platz, Hier/Komm, Aus/Nein. Sie kennen ein Aufmerksamkeitskommando für den engeren Bereich um den Besitzer und können schon recht gut an der lockeren Leine laufen.

Züchter sollten den neuen Besitzern der Welpen die Teilnahme an Welpengruppen empfehlen.

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