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Bundestierärztekammer





 Archiv - 2007

Tierärzte fordern:
Kein Schlachten ohne Betäubung

In einem Schreiben an Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer fordert die Bundestierärztekammer die Streichung der Ausnahmemöglichkeiten für das religiös motivierte betäubungslose Schlachten im Tierschutzgesetz. Die Gründe dafür wurden vom Beratungs- und Schulungsinstitut für schonenden Umgang mit Zucht- und Schlachttieren (bsi) in Schwarzenbek, Holstein, in einem Gutachten zusammengestellt.

Das Institut hat darin nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch durch Auswertung von mehr als 70 wissenschaftlichen Studien dargelegt, dass betäubungsloses Schlachten extreme Schmerzen und Leiden verursacht und zudem besonders fehleranfällig ist.

Der Gesetzesantrag Hessens, der die Anforderungen an Ausnahmegenehmigungen zum betäubungslosen Schlachten neu festlegen will, könnte zu einer gewissen Reduzierung der Zahl der betäubungslosen Schlachtungen führen. Aber nach Ansicht der Kammer gebietet das Staatsziel Tierschutz in Art. 20 a des Grundgesetzes, eine Tötungsmethode, die als tierschutzwidrig erkannt wurde, durch schonendere Alternativen zu ersetzen.

Die Bundestierärztekammer ist überzeugt, dass die vom Grundgesetz garantierte Glaubensfreiheit durch die Nichtzulassung betäubungsloser Schlachtung nicht eingeschränkt wird. Schon jetzt akzeptieren die meisten betroffenen Religionsgemeinschaften zumindest die Elektrokurzzeitbetäubung. Die Tiere werden dadurch nur betäubt und nicht getötet. In Neuseeland, woher ein Großteil des religiös erschlachteten Fleisches importiert wird, ist dieses Betäubungsverfahren üblich. Verschiedene europäische Länder verbieten das betäubungslose Schlachten bereits, z. B. Schweden.

Als Ansprechpartner steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Dr. Karl Fikuart, Vorsitzender des Ausschusses für Tierschutz der Bundestierärztekammer, Tel. (0 25 51) 57 47 oder (01 71) 2 72 69 36
Das Gutachten erhalten Sie auf Anfrage bei der Pressestelle.

PRESSEINFORMATION
Bundestierärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der Deutschen
Tierärztekammern e.V., Oxfordstr. 10, 53111 Bonn,
Tel. (02 28) 7 25 46-0/-70, Fax 7 25 46 66
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Inge Brinkmann
PM 8/07, 31. August 2007

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