Keine Handelsrestriktionen nach Notimpfungen
Angesichts des neuerlichen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien fordert die Bundestierärztekammer die Bundesregierung auf, gegen die strengen Handelsrestriktionen infolge von Impfmaßnahmen zu protestieren. Geimpfte Tiere sowie deren Produkte wie Fleisch und Milch sollen innergemeinschaftlich und weltweit frei gehandelt werden dürfen.
„Durch regionale Notimpfungen ohne anschließende Tötung der geimpften Tiere kann eine Ausbreitung der Seuche verhindert und gleichzeitig die Zahl der zu tötenden Tiere gesenkt werden“ sagt Dr. Ernst Breitling, Präsident der Bundestierärztekammer.
Vorbeugende Impfungen gegen die Maul- und Klauenseuche werden in der Europäischen Union seit 1992 nicht mehr praktiziert. Im akuten Seuchenfall kann die zuständige Veterinärbehörde jedoch, vorbehaltlich des Vorliegens der Genehmigung der Europäischen Kommission, über eine Notimpfung in der betroffenen Region entscheiden. Dann passiert es aber im Regelfall, dass im Anschluss an die Impfung über einen bestimmten Zeitraum sowohl innerhalb der EU als auch in nicht EU-Staaten Handelsrestriktionen für geimpfte Tiere beschlossen werden..
Die wesentliche Begründung für Handelsrestriktionen besteht darin, dass geimpfte Tiere nicht zuverlässig von infizierten Tieren unterschieden werden können. Moderne Markerimpfstoffe, die eine Differenzierung zwischen geimpften und infizierten Herden ermöglichen, stehen jedoch inzwischen zur Verfügung. Verbesserungen sind allerdings noch nötig, z. B. bei Tests für Einzeltiere. Das Wichtigste aber ist: Schon heute ist es möglich einen direkten Virusnachweis am einzelnen Tier zu führen, d. h. eine Infektion nachzuweisen.
Die Bundestierärztekammer hat kein Verständnis dafür, dass letztlich gesunde Tiere aus handelspolitischen Erwägungen getötet werden müssten. Wirtschaftliche Einbußen bei Exporten, die als Argument gegen Impfungen genannt werden, wiegen nach Überzeugung der Tierärzte wesentlich geringer, als die Folgen für den Tierschutz.
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Inge Brinkmann
PM 11/07, 14. September 2007


