"In aller Freundschaft" - Folge 300 absetzen
Die Bundestierärztekammer hat heute den Programmdirektor des Ersten Deutsche Fernsehens und den ARD-Vorsitzenden gebeten, die Folge 300 „Ausnahmezustand“ der Serie „In aller Freundschaft“ nicht zu senden. Der Tierärzteverband fürchtet, dass die Sendung unnötige Ängste vor Vogelgrippe in der Bevölkerung schürt mit der Folge, dass noch mehr Haustiere aus Furcht vor einer Infektion ausgesetzt werden.
Laut Programmvorschau soll es in der Krankenhaus-Serie am 7. März, 21.05 Uhr, darum gehen, dass ein Junge mit Vogelgrippe auf die Isolierstation kommt, nachdem er Papageien geschenkt bekommen hat.
Dr. Ernst Breitling, Präsident der Bundestierärztekammer, äußerte in seinem Schreiben an die ARD Verständnis dafür, dass der Sender auch im Unterhaltungsprogramm aktuelle Probleme aufgreifen wolle. Die ARD als öffentlich-rechtliche Anstalt trage aber besondere Verantwortung für die Inhalte ihrer Sendungen. Die Folge 300 der Serie biete der verunsicherten Bevölkerung keine Hilfe zu den sie drängenden Fragen zur Vogelgrippe, sondern sei vor allem geeignet, Hysterie zu schüren.
Schon jetzt gibt es sehr viele Berichte, dass sich Tierhalter, vor allem Katzen- und Vogelhalter, aus Angst vor der Vogelgrippe ihrer Tiere entledigen. Im besten Falle werden diese Tiere im Tierheim abgegeben. Sie werden aber auch einfach ausgesetzt oder sogar getötet. Die Bundestierärztekammer befürchtet, dass die Sendung, die ein Millionenpublikum erreicht, unbegründete Ängste weiter steigern wird mit fatalen Folgen für den Tierschutz.
Wissenschaftlich ist das beschriebene Szenario nicht nachvollziehbar. Es ist bisher nur ein einziges Mal H5N1-Virus bei einem Papageien nachgewiesen worden, und zwar in einer Quarantänestation in Großbritannien im vergangenen Jahr. Eine Infektion von Papageien ist also extrem unwahrscheinlich, um so mehr in Deutschland, wo Papageien als Stubenvögel keinen Kontakt zu Wildvögeln haben, die möglicherweise infiziert sein könnten. Darüber hinaus ist weltweit kein einziger Fall bekannt, dass ein Papageienvogel einen Menschen infiziert hat.
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Margund Mrozek
PM 6/06, 6. März 2006


