Prof. Dr. Helmut Scheunemann, Ehrenpräsident der Bundestierärztekammer, ist am 27. Februar im Alter von 84 Jahren in Berlin verstorben. Von 1988 bis 1991 war Scheunemann Präsident des tierärztlichen Dachverbandes. Er war „dienstältester Repräsentant“ des Berufsstandes, der sich vom Neuanfang tierärztlicher Selbstverwaltung nach 1945 bis zuletzt für die Belange der Tierärzteschaft engagiert hat.
Im Berliner Tierärztebund ab 1949 und als Gründungspräsident der Tierärztekammer Berlin ab 1963 war Helmut Scheunemann ein Mann der ersten Stunde. Er wirkte maßgeblich an der Gründung der Deutschen Tierärzteschaft mit, die 1954 erfolgte. Dabei verwirklichte sich sein Leitgedanke, dass sich ein kleiner Berufsstand nach außen am wirkungsvollsten darstellt, wenn alle Kammern und Verbände unter einem Dach vereint sind.
In den folgenden Jahren war Scheunemann in verschiedenen Gremien des Dachverbandes aktiv. Ein Viertel Jahrhundert lang, von 1962 bis 1987 leistete er in seiner Freizeit die Arbeit als Schriftleiter des „Deutschen Tierärzteblattes“.
Das Amt als Präsident der Deutschen Tierärzteschaft von 1988 bis 1991 war der Höhepunkt seiner langen ehrenamtlichen Tätigkeit für den Berufsstand. Die nahtlose Integration der Tierärztinnen und Tierärzte in der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung Deutschlands ist eine besondere Leistung seiner Amtszeit. Als Ehrenpräsident des Verbandes – 1994 umbenannt in Bundestierärztekammer – beteiligte sich Helmut Scheunemann bis zuletzt aktiv am standespolitischen Geschehen.
Erfolgreich Karriere machte Scheunemann auch in seinem Berufsleben: Er war zuletzt Leitender Senatsrat und Landestierarzt von Berlin. Er war Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin und arbeitete in verschiedenen fachlichen Kommissionen und Ausschüssen.
Die Tierärzteschaft hat Prof. Dr. Helmut Scheunemann, diesem herausragenden Kollegen mit einzigartigem Lebenslauf, 1992 das Ehrenzeichen der Bundestierärztekammer verliehen als äußeres Zeichen der Würdigung und Anerkennung seiner besonderen Verdienste um den tierärztlichen Berufsstand.
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Margund Mrozek
PM 4/06, 3. März 2006


