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Bundestierärztekammer





 Archiv - 2002

Tierärzte raten:
Festtagstipps für Tierhalter

Für Tiere sind Weihnachten und Silvester gefährliche Feiertage.
Das gilt nicht nur für Gans oder Karpfen, die zum Festtagsmenu gehören, sondern auch für Hund und Katze, Hamster und Kaninchen.
Damit die Festtagsfreude nicht in der Notaufnahme beim Tierarzt endet, rät die Bundestierärztekammer:
  • Echte Kerzen am Weihnachtsbaum sollten für Hunde- und Katzenhalter tabu sein. Das Risiko ist zu groß, dass kletternde Katzen oder tollende Hunde den Baum umwerfen und so zu Brandstiftern werden.
  • Die Weihnachtsdekoration muss sorgfältig ausgewählt und angebracht werden. Katzen spielen z. B. gerne mit Weihnachtskugeln, die aber zu scharfkantigen Scherben zerbrechen können.
    Hunde fressen Christbaumschmuck aus Schokolode – auch mitsamt Stanniolpapier und Drahtaufhänger, was ebenso wie verschluckte Nüsse eine aufwändige Fremdkörperoperation notwendig machen oder sogar tödlich enden kann.
    Auch Kaninchen, Meerschweinchen oder Wellensittich fressen gerne Weihnachtsgebäck und Süßigkeiten, eventuell auch mit Verpackung. Auch ihnen drohen Verdauungsprobleme oder schwere Erkrankungen durch Fremdkörper.
  • Die Reste des Festtagsmenüs sind kein Hundefutter. Besonders gefährlich sind spitze und leicht splitternde Knochen - v. a. von Geflügel - oder Gräten vom Karpfen, die innere Organe schwer verletzen können. Frisst der Hund größere Mengen Knochen, kommt es häufig zu schmerzhaften Verstopfungen mit so genanntem Knochenkot, die meist sehr aufwändig zu behandeln sind.
    Wichtig ist, die Knochenreste außer Reichweite des Hundes zu entsorgen – der Duft von Gänseknochen ist so verlockend, dass schon mancher Hund den Mülleimer geplündert hat.
  • Für Katzen sind Geschenkbänder die größte Attraktion. Sie werden aber zur tödlichen Gefahr, wenn sie im Spiel verschluckt werden. Dasselbe gilt für Lametta.
  • An allen Festtagen brauchen die Hausgenossen mit Fell oder Federn einen ruhigen Platz außerhalb der menschlichen Hektik. Kleintiere müssen sicher vor Trittverletzungen sein und Hunde- oder Katzenhalter müssen besonders achtsam sein, dass ihr Tier nicht entläuft.
  • An Silvester ist die sorgsame Betreuung für Hund und Katze besonders wichtig. Hunde, die sehr ängstlich auf Knallen und Krachen reagieren, sollten angeleint Gassi gehen, damit sie nicht in wilder Panik davon oder vor ein Auto laufen, und sie sollten am Silvesterabend nicht alleine bleiben.
    Der Tierarzt kann „nervenschwachen“ Hunden ein Beruhigungsmittel verabreichen; der Halter sollte rechtzeitig vor Silvester seinen Tierarzt danach fragen.
    Für mutige Hunde kann der Jahreswechsel besonders gefährlich werden: Sie versuchen gerne, geworfene Kracher zu apportieren.
  • Falls Sie Nachfragen haben: Sie erreichen uns noch am 19. und 20. Dezember. Ab dem 23. Dezember ist die BTK-Geschäftsstelle bis zum neuen Jahr geschlossen.


    PRESSEINFORMATION
    Bundestierärztekammer e.V., Oxfordstr. 10, 53111 Bonn
    Tel. (02 28) 72 54 60, Fax 7 25 46 66
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
    Dr. Margund Mrozek
    Nummer 11/02, 19. Dezember 2002

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